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Aktuelle Informationen:

Die Krise als realistische Chance für kleine Unternehmen

Es ist eine fast schon abgedroschene Beratungsfloskel, dass jede Krise auch Chancen birgt. Doch was ist realistisch auch für kleine und mittlere Unternehmen mit begrenzten Rücklagen möglich?

zum aktuellen Ratgeberartikel (anwalt.de)

BGH: Abmahnung unveranlasster Kundenbewertungen unbegründet

Der Bundegerichtshof hat in einem Verfahren gegen eine Anbieterin über die Handelsplattform amazon.com zu deren Gunsten entschieden, dass sie nicht für Inhalte von ihr nicht-veranlasster Kundenbewertungen wettbewerbsrechtlich haftbar gemacht werden kann, wenn diese als solche erkennbar und getrennt von der Produktbeschreibung dargestellt werden und sie sich die Inhalte nicht zu eigen macht (also z.B. nicht selbst auch an anderer Stelle verwendet).

ausführlicher Bericht

Gesetzentwurf zu Influencing 

Der neu veröffentlichte Gesetzentwurf des Bundesjustizministeriums ist gemäß der ausdrücklichen Begründung eine Reaktion zu der strengen Rechtsprechung der Gerichte, wohl insbesondere der Rechtsprechung des Oberlandesgerichts Frankfurt, über die wir informiert haben (s. vorausgehende Meldungen unten). Dies habe lt. Justizministerium zu einer „Überkennzeichnung“ jeglicher Beiträge zu Produkten und Diensten geführt. Klassische Absatzwerbung sei damit nicht mehr zu erkennen. 

Das Ministerium schlägt daher vor § 5a Absatz 6 UWG folgendermaßen zu ergänzen: „Ein kommerzieller Zweck einer geschäftlichen Handlung ist in der Regel nicht anzunehmen, wenn diese vorrangig der Information und Meinungsbildung dient und für diese kein Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung gewährt wurde.“
Bei Darstellung von Produkten ohne  Gegenleistung des Anbieters wäre damit keine Kennzeichnung mehr nötig. Die Frage bleibt dann aber, ob kostenfreie Warenproben oder die Einladung zu bezahlten Testreisen keine „Gegenleistung“ sind, sondern nur der Informationsvermittlung dienen. Weder die unklare und unbeholfene Formulierung des Entwurfs mit unklaren Begriffen noch Abgrenzungsversuche des Ministeriums in der Begründung lassen eine effektive Klärung erkennen. Vielmehr wären damit weitere Prozesse vorprogrammiert.  

Landgericht Hamburg verbietet Vertrieb des Produkts „arego Life Adapt X.1“

Das Landgericht Hamburg hat mittels einstweiliger Verfügungen vom 21.01., 31.01. und 04.02.2020 den Vertrieb und jegliche Werbung für das offenbar aus den USA stammende und hierzulande von diversen Anbietern vermarktete Produkt „arego Life Adapt X.1“ verboten. Adressaten der Verfügung sind Anbieter im Inland.
Wer als Vertriebspartner/in für diesen Produktvertrieb angeworben wird, sollte sich wie das Landgericht zunächst mit den tatsächlichen Fakten dieses Produkts auseinandersetzen. 

ausführlicher Bericht (anwalt.de)

Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags bestätigt Rechtsauffassung zu Cannabisprodukten mit CBD-Anteil

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat ein Gutachten für das Parlament erstellt, das die Bewertung der aktuellen Rechtslage durch Rechtsanwalt Stefan Musiol bestätigt. Damit kann keine Rede davon sein, dass alle Produkte, die Cannabinoide wie CBD (außer THC) enthalten, Novel-Food und ohne Einzelgenehmigung nicht verkehrsfähig wären. Diese Auffassung vertreten offenbar einige Behörden immer noch, darunter zuletzt das Landratsamt Karlsruhe.

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Influencing-Rechtsprechung erreicht Instagram:

Präsentiert ein/e Influencer/in Produkte und erhält dafür Gegenleistungen wie Reisen von zwei Herstellern, müssen Beiträge als Werbung gekennzeichnet werden. So entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am 24.10.2019 und folgte seiner in entsprechenden Fällen vertretenen klaren Haltung gegen Schleichwerbung. Die Darstellungen erweckten nach der Feststellung des Gerichts den (irreführenden) Eindruck von Bildberichten aus dem Privatleben. Irrelevant sei es, ob sie für jede Veröffentlichung eine Gegenleistung erhalte. Die gesamte Instagram-Präsentation sei als kommerziell einzustufen. Sie präsentiere dort unter anderem auch eigene Produkte. Quelle: Pressestelle des OLG, Beschluss vom 24.10.2019, Az. 6 W 68/19

Aus der Einstufung als kommerziell folgen vielfältige Verpflichtungen und Verbote, wie allgemeine Werbeverbote und für spezielle Produkte wie Lebensmittel oder Kosmetika

vollständige Information

Ratgeberartikel bei anwalt.de

EuGH am 01.10.2019:
Cookies zur Auswertung des Surf- und Nutzungsverhaltens dürfen erst nach aktiver Einwilligung eingesetzt werden. 

Der Betreiber eines kostenfreien Gewinnspiels setzte nach Feststellung des Gerichts ein Cookie des Analyse- und Werbecontentanbieters Remintrex zur Steuerung interessengerechter Werbung der Nutzer ein. Die Einwilligung war bei der für Teilnahme an dem Spiel notwendigen Registrierung bereits durch ein abwählbares Häkchen an der entsprechenden Einwilligungserklärung voreingestellt. Der Gerichtshof stellte dazu fest, dass es für eine wirksamen Einwilligung des Nutzers zur Speicherung von Cookies nicht ausreiche, wenn Nutzer die Schaltfläche für die Teilnahme an dem von dieser Gesellschaft veranstalteten Gewinnspiel betätigen. Die Verordnung 2016/679 sehe ausdrücklich eine aktive Einwilligung vor, die sich aus der vorgegebenen Erklärung als Teil der Registrierung nicht ergebe.

EuGH Urt. v. 01.10.2019 – C-673/17

Verhandlung EuGH

Court of Justice of the European Union

Influencer müssen geschäftliche Beziehung zu Produktanbietern offenlegen

Die Empfehlung von Produkten durch „Influencer“ in deren sozialem Medium, welches einen kommerziellen Zweck nicht erkennen lässt, hielt das Gericht auch in dem folgenden Fall eine nach § 5a Absatz 6 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb für eine verboten getarnte Werbung (Schleichwerbung): Ein „Influencer“ beschäftigte sich hauptberuflich mit dem Geschäftsbereich, zu dem das empfohlene Produkt gehört, und unterhielt auch geschäftliche Beziehungen zu den Anbieterunternehmen (Hersteller, Händler).

OLG Frankfurt, Beschluss vom 28.6.2019 – 6 W 35/19


Über Gewinnspiel „gekaufte“ Bewertungen sind rechtswidrig

Dem OLG Frankfurt / Main lag ein Fall vor, bei dem ein Unternehmen die Veröffentlichung von „Bewertungen“ zur Voraussetzung einer Teilnahme an einem Gewinnspiel machte. Der Senat setzt den Fall insofern mit einem erst im Februar entsprechenden entschiedenen Verfahren mit Gratisprodukten gegen Empfehlung gleich (s.u.). Ein Kunde, der eine Empfehlung ausspricht, müsse in seinem Urteil frei und unabhängig sein. Ein zu Unrecht erzeugter Anschein der Objektivität sei irreführend.
Eine Ausnahme gelte nur für Empfehlungen Prominenter in der Werbung, da der Verkehr weiß, dass der bekannte Name nicht unentgeltlich verwendet werden darf.

OLG Frankfurt 6. Zivilsenat, Entscheidungsdatum: 16.05.2019, Aktenzeichen: 6 U 14/19


Verwirrung über CBD in Nahrungsmitteln und Kosmetika

Dem BVL ist derzeit keine Fallgestaltung bekannt, wonach Cannabidiol (CBD) in Lebensmitteln, also auch in Nahrungsergänzungsmitteln, verkehrsfähig wäre“ – so schreibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit über sich selbst. Auch die Neufassung des EUNovel-Food-Katalogs zu Cannabis Sativa L. und Cannabidiol (CBD) sorgt seitdem nicht für die nötige Aufklärung. Selbst große Drogeriemarktketten wie DM und Rossmann scheinen verunsichert zu sein. 

zum Beitrag…

⇒ weitere Informationen (Magazin Gründerszene)


„Gekaufte Bewertungen“ sind ohne Kennzeichnung unlauter

und zwar unabhängig davon, ob mit einem finanziellen Vorteil auch das Ergebnis der Bewertung beeinflusst wurde. Es reicht aus, wenn – wie im entschiedenen Fall – Testkäufer das Produkt kostenfrei unter der Bedingung erhalten haben, es anschließend zu bewerten. Dies ist in der Bewertung kenntlich zu machen, ansonsten irreführend und unlauter,

OLG Frankfurt v. 22.02.2019 – 6 W 9/19


unerreichbare Telefonnummer ist wettbewerbswidrig

Die Angabe einer längere Zeit nicht erreichbaren Telefonnummer verstößt auch bei telefonischer Werbung gegen die Informationspflichten des Art. 246a § 1 Abs. 1 EGBGB.

OLG München, Urteil v. 28.02.2019 – 6 U 914/18


Bewertungsportal darf keine Bewertungen subjektiv „aussondern“

Das Oberlandesgericht München hat die von Bewertungsplattformen praktizierte Methode, als unglaubwürdig eingestufte Bewertungen auszusondern und nicht in die Gesamtbewertung einzubeziehen für rechtswidrig erklärt. Im entschiedenen Fall hat das Bewertungsportal einzelne Bewertungen nur versteckt dargestellt und damit sowie in der nur versteckten Darstellung als „nicht empfohlen“ abqualifiziert. Dabei hatte es jeweils keine objektiven Nachweise für eine Fälschung oder Manipulation dieser Rezensionen, 

OLG München, Endurteil vom 13.11.2018 – 18 U 1280/16


Preisvergleiche nur mit aktuellen Angeboten der Konkurrenz

„Du willst günstigere Preise als bei Globus? Dann geh doch zu Netto“ 

Preisvergleiche sind unlauter, wenn sie sich auf frühere Preise von Mitbewerbern beziehen, die von diesen zwischenzeitlich gesenkt wurden. Die Situation zum Zeitpunkt Veröffentlichung sei irrelevant. Bei einer auf einen bestimmten Zeitraum angelegten Werbekampagne (Aktionszeitraum) muss das werbende Unternehmen, hier Netto, alle beworbenen Produkte auch durchgehend niedriger als der bezogene Mitbewerber anbieten, also bei einer Senkung der Konkurrenzangebote weiter „unterbieten“, OLG Nürnberg, Urt. v. 16.10.2018, 3 U 761/18

Bei einer gedruckten Werbung gibt es logisch keine „günstigere“ Lösung als eine ausreichende Preissenkung, weil nicht alle Adressaten mit einer „Korrektur“ erreichbar wären. Nur eine auf Onlinewerbung oder Hörfunkwerbung, die nur auf den akteullen Zeitpunkt bezogen ist, könnte der Werbende die Veröffentlichung bei einer Preissenkung des Konkurrenten einfach einstellen.

Trade and business secrets in the EU and how to avoid disclosure and plagiarism

Hanseatisches OLG Hamburg: Ebay darf in Vertragshändler-AGB verboten werden

Europäischer Gerichtshof zu selektivem Vertrieb: Produktanbieter darf Vertragshändlern Verkäufe über Internet-Plattformen (Ebay/Amazon) wirksam vertraglich untersagen

Kaum bekannte aber effektive Mittel gegen illegale Angriffe der Konkurrenz

Geschäfte rechtssicher abschließen – unnötige Vertragsrisiken und finanzielle Schäden vermeiden

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