Geschäfte rechtssicher abschließen – unnötige Risiken vermeiden

Die meisten Unfälle passieren immer noch am Schreibtisch – aber ganz unnötig

Leider unterschreiben Unternehmer und deren Vertreter immer noch täglich bindende Vereinbarungen ohne die Bedeutung der Vertragstexte ausreichend zu kennen. Nur durch Kenntnis der Inhalte und ihrer Bedeutung lassen sich aber finanzielle Risiken überhaupt abschätzen und unternehmerisch kalkulieren.

Kurz gesagt: wer die Verbindlichkeiten nicht kennt, kann logischer Weise auch keinen Preis kalkulieren. 

Daher resultieren die meisten Verlustgeschäfte nicht auf Rechenfehlern im fachlich beherrschten Kerngeschäft, sondern aus nicht kalkulierten, in AGB versteckten Zusatzaufwendungen.

Dies gilt auch für Lieferanten: Sie müssen Haftungserweiterungen in einbezogenen Besteller-AGB entweder einkalkulieren oder an die Versicherung weitergeben und dann die höhere Prämie einkalkulieren.

Wegen des zur Rechtssicherheit bestehenden (fast heiligen) Grundsatzes des Zivilrechts, dass Verträge einzuhalten sind, können unbeabsichtigte Verpflichtungen aus den unterzeichneten Dokumenten zu hohen, wenn nicht existenziellen finanziellen Schäden führen.


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Ein „Geschäftspartner“ der die rechtliche Prüfung verhindern will, kann offensichtlich keine guten Absichten verfolgen. Unseriöse Anbieter schaffen es dennoch immer wieder, unachtsame Kunden für ihre teuren Vertragsfallen und Knebelverträge zu finden.

Denn dafür ist immer Zeit. Zumindest die Einschätzung, welche Risiken theoretisch bestehen können, ist durch einen erfahrenen Juristen binnen Minuten bis wenigen Stunden bei umfangreichen Vertragswerken möglich. Der im Verhältnis geringe zeitliche und finanzielle Aufwand für die anwaltliche Begleitung in Vertragsverhandlungen und zur Vertragsprüfung steht in keinem Verhältnis zu den finanziellen Risiken.

Pacta sunt servanda – inde experto probanda

Verträge sind nach dem wesentlichen, geradezu „heiligen“ Grundprinzip des Zivilrechts einzuhalten, so frei die Parteien vorher bei der

Unternehmer unterschreibt Vertrag

Bildechte: Deutscher Anwaltverein

Gestaltung prinzipiell sind.

Das Grundprinzip aus dem römischen Recht, das Höchstmaß an Freiheit und Selbstverantwortung

Daher führt kein Weg an einer professionellen Erstellung eigener Vertragsangebote und der professionellen Prüfung von eingehenden Angeboten der Geschäftspartner durch Experten vorbei.

Nach allen wirtschaftswissenschaftlichen Untersuchungen ist Rechtssicherheit bei allen Vertragsbeziehungen die wesentliche Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg.

Kein Verbraucherschutz – auch nicht bei Gründungsgeschäften!

Für alle Unternehmen, aber auch für Existenzgründer gibt es nur eine sehr eingeschränkte gesetzliche Korrektur bei unfairen AGB oder Formularverträgen.

Gerade dieser Personenkreis vergisst oft, dass auch bei Bestellungen im Internet oder bei Hausbesuchen in aller Regel

KEIN WIDERRUFSRECHT BESTEHT.

Leider führt gerade die fehlende Erfahrung bei Existenzgründern zur falschen Einschätzung von Vertragsrisiken. Manche stürzen sich über Jahre bindend in komplexe Leasingvertragskonstruktionen – mit existenzbedrohlichen bis existenzvernichtenden Folgen.

Schafft blindes Vertrauen „Gegenvertrauen“ ?

– nach der Erfahrung eindeutig nicht.

Insbesondere gegenüber ihren Großkunden sind mittelständische Unternehmer geneigt, die standardmäßig vorgegebenen Rahmenverträge und/oder AGB ungeprüft oder sogar  u n g e l e s e n  zu akzeptieren – „Hauptsache man ist im Geschäft“

Wer Vertragsentwürfe kompetent beratener und vertretener Unternehmen ungesehen und selbst bei benachteiligenden Klauseln unwidersprochen oder gar ungeprüft „auf Risiko schluckt“, riskiert nicht nur Geld sondern auch, „das Gesicht zu verlieren“. Verträge dienen nicht der Benachteiligung des Vertragspartners, sondern als Grundlage fairer Regelungen für eventuell auftretende Probleme.

Mit der konstruktiven Diskussion der Vertragsinhalte und auch mal einer klaren Verweigerung unfairer Klauseln verschafft man sich dagegen Achtung bei dem übermächtigen Kunden. Der Anbieter beweist Kompetenz in Rechtsfragen und echtes Interesse an einer fairen und dauerhaften Zusammenarbeit.

Mir haben Einkaufsabteilungen und die kooperierenden Rechtsabteilungen namhafter Großunternehmen schon mehrfach bestätigt, dass ein „unterwürfiges“ und unkritisches Verhalten des Anbieters sogar deren Misstrauen in die Absichten des Anbieters und dessen Bonität erregt. Dies ist auch nachvollziehbar. Nur wer es dringend nötig hat, greift nach jedem Auftrag und fährt mit vollem Risiko.

Der Mustervertrag – eine tickende Zeitbombe

Ebenso gefährlich ist die Anwendung perfekt ausgearbeiteter, aber im konkreten Fall unpassender Mustervereinbarungen.

Die damit nur scheinbar „geregelte“ Vertragsbeziehung geht in aller Regel vollständig an der Vorstellung der Vertragsparteien und den tatsächlichen Abläufen vorbei.

Insbesondere lassen sich Unternehmen nicht in Gesellschafts-Mustersatzungen aus der Schublade des Steuerberaters „pressen“.

Derartige Vertragsmuster sind mangels individueller Anpassung nicht in der Lage, klare Regelungen für mögliche Problemfälle zu schaffen und verschärfen Probleme und Auseinandersetzungen der Vertragsparteien (Gesellschafter/Geschäftsführer), anstatt die Grundlage für konstruktive Lösungen zu schaffen.

Nicht die anwaltliche Begleitung bei Vertragsschluss ist teuer – sondern die verspätete anwaltliche Einschaltung für Rettungsversuche.

Nach wie vor ist es möglich, ein Unternehmen mit einer Unterschrift zu ruinieren.

Eine den Risiken angepasste Prüfung ist daher für jede Vertrag geboten. Die Schäden bei Dauerverträgen, die nur zu Zahlungen von einigen hundert Euro pro Monat verpflichten, können sich bei einem Kündigungsausschluss über Jahre auf fünfstellige Kosten summieren.

Es empfiehlt sich also, zumindest die angegebenen Laufzeiten und Kündigungsmöglichkeiten genau zu analysieren und den Taschenrechner zu bemühen. So lassen sich vorgeblich „günstigere“ Angebote schnell als teure Knebelung entlarven.

Gerade in Bezug auf Dienstleister und Zulieferer sollte man nicht zögern, unklare AGB zu streichen oder ganz abzulehnen, oder eben eigene Regeln vorzugeben.

Denn nach wie vor gilt auch:  Wer zahlt, schafft an!

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